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Hessenpark zeigt Taunus-Bauernhof Freilichtmuseum geht in die neue Saison / Haus aus Neu-Anspach als Start für neue Baugruppe
Im Hessenpark ist erstmals ein wieder aufgebautes Haus aus der hiesigen Region zu sehen. In dem Bauernhof, der früher in Neu-Anspach stand, zeigt das Freilichtmuseum vom 11. März an eine Ausstellung über die Geschichte des Taunus. Es ist seit gestern wieder für Besucher geöffnet.
Neu-Anspach - Der Hof der Familie Jäger, ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb, stand bis vor acht Jahren in Neu-Anspach, in Nähe der heutigen Nassauischen Sparkasse. Der Hessenpark hat das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude - nach Angaben von Peter Janisch, dem wissenschaftlichen Leiter des Museums, ein für den Taunus typischer Bau - abgebaut und von 2002 an in traditionellen Methoden wieder an neuer Stelle aufgebaut. Der Originalzuschnitt des Hauses blieb erhalten. Eine halbe Million Euro hat das gekostet.
Eine Ausstellung zeigt die Geschichte des Taunus
Das Haus, zu dem noch ein kleiner Stall und eine Scheune gehören, ist laut Janisch eine „kunterbunte Mixtur" von Bausubstanzen. Dies zeige, daß die früheren Bewohner des Hauses „nicht die Reichsten" waren. Der Hessenpark möchte im Erdgeschoß des Hauses eine Ausstellung über den Taunus zeigen. Sie soll von der Entwicklungsgeschichte des Mittelgebirges über das Hüttenwesen und die Industrialisierung bis zur heutigen Nutzung des Taunus als Wohnfläche für das Rhein-Main-Gebiet reichen. Den ersten Stock wird der Taunusklub als Geschäftsstelle nutzen. In der angrenzenden Scheune ist von September an eine Schau über Glashütten zu sehen.
Die Hofanlage ist das erste Haus der neuen Baugruppe D, in der Gebäude aus dem Taunus stehen sollen. In Nähe der Hofanlage will das Freilichtmuseum später ein Wohnhaus aus Kraftsolms im Lahn-Dill-Kreis aufbauen, das als kleine Schankwirtschaft für Apfelwein genutzt werden soll. Bisher waren im Hessenpark nur Gebäude aus anderen Regionen Hessens zu sehen.
Bereits in der gestern begonnenen Saison 2006 erhält zudem das Seifenmuseum mehr Ausstellungsfläche. Das Herstellen von Seife sei derzeit unter den Besuchern „in", sagte Hessenpark-Geschäftsführer Joachim Renz gestern. Die Kurse seien bis Jahresende ausgebucht.
Peter Janisch, der wissenschaftliche Leiter des Freilichtmuseums Hessenpark, zeigt das neue „Taunushaus".
Neu im Veranstaltungsprogramm des Hessenparks sind ein Pflanzenmarkt am 6. und 7. Mai, bei dem 100 Aussteller Pflanzen, Blumentöpfe und Ähnliches verkaufen. 5000 Besucher, so rechnet Renz, werden dazu in das Freilichtmuseum kommen. Mit einem Kunsthandwerkermarkt am ersten Septemberwochenende macht der Hessenpark ein Angebot an Menschen, die selbst malen oder töpfern. Die Wanderausstellung „Hessen - eine starke Geschichte. 60 Begegnungen mit unserem Land seit 1945" ist vom 1. bis 23. April im Freilichtmuseum zu sehen.
Zur Fußball-Weltmeisterschaft zeigt der Hessenpark vom 3. bis 5. Juli eine Sonder- Ausstellung mit dem Titel „Lebbe geht weiter - Fußball in Hessen". Wieder im Programm sind etwa der im vergangenen Jahr erstmals ausgerichtete Ostereiermarkt am Wochenende 8. und 9. April. Bei einem gemeinsamen Aktionstag mit dem Saalburgmuseum können die Besucher im September Spiele aus früheren Zeiten ausprobieren. Er soll Auftakt für weitere gemeinsame Veranstaltungen sein.
Im Haus aus Gemünden / Wohra am Marktplatz ist die Dauerausstellung „Gemaltes Hessen" zu sehen. Drei Sonderausstellungen zeigen Gemälde und Grafiken von Hanny Franke, Ernst Toepfer und Hans John. Dem Schicksal der jüdischen Familie Jordan aus Ober-Eschbach geht die Ausstellung „Es geschah mitten unter uns ..." nach, die vom 30. April bis 5. Mai zu sehen ist.
Bauernmärkte und ein Dippe- und Bembelmarkt, ein Brunnen- und ein Hopfenfest, Lesungen und Vorträge sind geplant. cm
DER HESSENPARK Das Freilichtmuseum bei Neu-Anspach besteht seit 1974. Es zeigt auf 65 Hektar über 100 Original-Gebäude aus verschiedenen Regionen Hessens. 213.000 Besucher kamen 2005 m den Hessenpark. Geöffnet ist er täglich von 9 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen fünf, Kinder 2,70 Euro Eintritt. CM
Frankfurter Rundschau - 2.3.06 - mit freundlicher Erlaubnis der FR
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