Große Visionen für die Saalburg
Bad Homburg: Direktor des Römerkastells will den archäologischen Park ausbauen

Von Anton J. Seib

Das Römerkastell Saalburg, direkt am Weltkulturerbe Limes gelegen, soll zu einem international bekannten archäologischen Zentrum ausgebaut werden. „Wir sind einer der Leuchttürme, im nationalen aber auch internationalen Vergleich", begründete Saalburg- Direktor Egon Schallmayer diesen Anspruch.

Wenn die Saalburg auch in Zukunft ihre gegenwärtige Bedeutung als Museum und Forschungszentrum für römische Geschichte behalten wolle, „müssen wir groß denken", sagte Schallmayer gestern bei der Vorstellung des Veranstaltungsprogramms 2008. 100 Jahre nach Eröffnung sei es an der Zeit, auf die veränderten Bedürfnisse der Menschen einzugehen. 1907 wurde der Nachbau eines römischen Kastells eröffnet, initiiert worden war das Projekt von Kaiser Wilhelm II.

Gegenwärtig arbeitet das Team um Schallmayer an einem neuen Positionspapier. Intern trägt es den Arbeitstitel „Vision 2030". Dabei orientieren sich die Historiker an bekannten Projekten, etwa dem archäologischen Park in Xanten. „Dort haben sie für den Bau des Parks eigens eine Bundesstraße verlegt", zeigte sich Schallmayer von der Dimension beeindruckt. Als eine Möglichkeit sieht Schallmayer den Ausbau des Kastells zu einem archäologischen Park in der Größenordnung, die einst Kaiser Wilhelm II. vorschwebte. Das wäre ein Vielfaches der gegenwärtig genutzten Fläche.

Erste Voraussetzungen für eine Expansion des Römerkastells wurden bereits geschaffen. „Wir beginnen damit, Land aufzukaufen." Langfristig müsse zudem die Verkehrsinfrastruktur verbessert und ein entsprechendes touristisches Angebot im Umfeld geschaffen werden. Gleichwohl warnt Schallmayer vor überzogenen Erwartungen: „Manche Strukturen sind bei uns noch nicht so weit."

Bereits heute kann die Saalburg internationales Renommee vorweisen. So beherbergt sie die Deutsche Limeskommission, die sich dem Schutz, der Erforschung und Präsentation des römischen Grenzwalls verschrieben hat.

Image wird aufpoliert

Die Bedeutung wurde auch hervorgehoben durch die Präsentation der Sondermarke „Limes" aus der Serie „Weltkulturerbe der Unesco", die stellvertretend für die Limes- Anrainer im Oktober vergangenen Jahres in der Saalburg stattfand.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die Saalburg ihr verstaubtes Image früherer Tage erheblich aufpoliert. Ein Beispiel ist der Bau der Fabrica, die Nachbildung eines römischen Werkstattgebäudes, die derzeit für rund 3,5 Millionen Euro entsteht. Dort soll das Limes-Informationszentrum untergebracht werden, außerdem wird es Ausstellungsräume und die Museumspädagogik beherbergen.

Römerkastell Saalburg, Telefon 06175/9 37 W.
Weitere Infos
www.saalburgmuseum.de

Frankfurter Rundschau – 18.1.08 - mit freundlicher Erlaubnis der FR

Ein kleiner Blick in auf das Gelände - und als Anreiz für den nächsten Besuch::

 

Lesen Sie auch, was Wikipedia über die Saalburg berichtet!
Dazu: weitere Berichte auf dieser Homepage.