Arzt mit Dienstpferd
175. Geburtstag des Armendoktors Ludwig Fuchs

FRIEDRICHSDORF. Mit zahlreichen Veranstaltungen gedenkt Friedrichsdorf des 175. Geburtstages des Telefon-Erfinders Philipp Reis. Etwas im Schatten dieses Ereignisses bleibt ein weiterer Gedenktag. Vor 175 Jahren wurde auch Ludwig Fuchs geboren, der sich als Armenarzt einen Namen in der Hugenottenstadt machte. Heute erinnern eine Straße und die nach ihm benannte Stiftung an den Mediziner, der den berühmten Erfinder Reis, der an Tuberkulose erkrankt war, bis zu dessen Tod 1874 behandelte.Dr. Fuchs - !cid_533212916@28062010-2f59

Wundarzt des Taunuskreises

Am 21. Januar 1834 kam Ludwig Fuchs in Meisenheim an der Glan zur Welt. Er wuchs in dem Städtchen nahe Bad Kreuznach auf, das damals zur Landgrafschaft Homburg gehörte. Das Studium der Medizin schloss Fuchs bereits mit 19 Jahren in Würzburg mit der Promotion ab. Im gleichen Jahr erhielt er die Genehmigung zur „Ausübung der Medicin, Chirurgie und Geburtshilfe im Landgrafenthum" und wurde vier Jahre später zum „Physikalischen Assistenten" ernannt, sein Salär betrug 150 Gulden jährlich- weitere 150 Gulden bekam er für ein Dienstpferd.

Ludwig Fuchs heiratete Marie Rousselet, Sproß einer reichen Hugenottenfamilie. Sie lebten in der Hauptstraße 84; heute steht dort die Salusklinik. 1874 wurde der Arzt, der sich mit sozialistischen Ideen beschäftigte, dennoch aber dem „Reichsverband gegen die Sozialdemokratie" beitrat, zum Kreiswundarzt im Obertaunuskreis ernannt - zu seinen Aufgaben gehörte forthin die Versorgung der Armen. Erst im Alter von 82 Jahren bat er darum, von seinen Aufgaben als Armenarzt entbunden zu werden. Am 5. Februar 1920 starb Fuchs im Alter von 86 Jahren in Friedrichsdorf.

Auf Wunsch des Verstorbenen gründeten seine Kinder 1930 die Sanitätsrat-Dr.-Fuchs-Stiftung, deren Zweck der Erhalt der Kleinkinderschule, also des Kindergartens ist. Die Stiftung existiert heute noch. Und 1977 wurde die damalige Lindenstraße zu seinem Andenken in Dr.-Fuchs-Straße umbenannt, tob

Frankfurter Rundschau - 18.2.09 - mit freundlicher Erlaubnis der FR