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Ritter fischten mit Reuse "Ich bin begeistert." Man sieht es Frank Lorscheider an, daß die Baustelle, auf der ab Oktober 2007 die neue Burgwiesenschule entsteht, eine Fundgrube für den Archäologen ist. Seit Mai ist der Grabungsleiter mit seinem Team zwischen Erdhaufen und Steinen, Schlammlöchern und Mauerresten zugange und noch immer bringt ihm, "jeder Tag eine neue Erkenntnis". Über das Leben der Bommersheimer Ritter, über ihre Ökonomie, ihre Architektur, ihren Alltag, ihre Verteidigungsstrategie. Frank Lorscheider sieht, was andere nicht sehen. Erdverfärbungen sind Zeichen für vergangenes Leben, etwa den Standort eines Herdes oder den Verlauf von Gräben. Diesen können die Archäologen jetzt ziemlich genau rekonstruieren. Beim Blick zurück ins 14. Jahrhundert offenbart sich ihnen Stück für Stück, was für ein ausgeprägtes Grabensystem die Bommersheimer Ritter da angelegt hatten. Die Forscher konzentrieren sich auf die Analyse der Vorburg, sozusagen des Wirtschaftsteils der Gesamtanlage. Entdeckt wurde die Burganlage mitten im Ort direkt hinter der Barockkirche St. Aureus und Justina 1988 beim Bau eines Kindergartens. Von der 1382 durch die Stadt Frankfurt zerstörten Feste fanden die Wissenschaftler Ringmauern und Gräben und ein fastvollständiges Burghausinventar, für das im Vortaunusmuseum am Marktplatz eine eigene Abteilung eingerichtet wurde. Diese wird jetzt Zuwachs bekommen, das sicherte der Bezirksarchäologe im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Udo Recker, zu. "Das ist Lokalgeschichte, das gehört hierhin."
Studenten graben nach Resten der Bommersheimer Burg. Für Grabungsleiter Lorscheider ist die "Fundlage nach archäologischen Maßstäben sensationell gut". Die Fundstücke wie Scherben und Teile von Töpfen, Ofen-Kacheln, ein Messerteil hier und ein vermutlich für Schlittschuhe verwendeter Knochen da, sind die eine Seite. Die andere sind Erkenntnisse über die Gesamtanlage, die nun freigelegt werden konnte, weil auf dem Gelände eine neue Schule gebaut wird. Jetzt erst wissen die Archäologen, wie groß die Burganlage war. Jetzt erst wissen sie, wo der Zugang zur Burg war, nämlich von Osten her, wo die Römische Straße vorbeiführte. Und daß die Bommersheimer Ritter im äußeren Graben vermutlich Fischzucht betrieben. Eine gefundene Reuse aus Weide, wahrscheinlich mit Leder umwickelt, läßt darauf schließen. Die "gezielte Zerstörung" der . Vergangenheit, wie Lorscheider es nennt, hat im Oktober ein Ende. Bis dahin muß alles dokumentiert sein. Am 8. 0ktober sollen die Baubagger anrollen, um den historischen Grund für den Schulneubau vorzubereiten. Frankfurter Rundschau - 14.9.07 - mit freundlicher Erlaubnis der FR |