Namen der 14 Nazi-Opfer stehen fest
Der Künstler Gunter Demnig kommt am 9. März 2007 und verlegt „Stolpersteine" in Kronberg

Sechs Frauen und acht Männer aus Kronberg sind Opfer des Nationalsozialismus geworden. An ihr Schicksal werden die „Stolpersteine" erinnern, die der Künstler Gunter Demnig am 9. März 2007 verlegt.

Von Barbara Haas

Kronberg - Helene Braubach hat nicht überlebt, auch Julius Grünebaum, Clara Greding und Anni Franck sind unter den Nationalsozialisten umgekommen. Ihre Namen und die von zehn weiteren Kronbergern hat Stadtarchivarin Susanna Kauffels für das Projekt „Stolpersteine" recherchiert. Die so genannten Gedenksteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig sollen an sie erinnern.

Demnig wird die Pflastersteine mit der Aufschrift „Hier wohnte", den Namen der Ermordeten sowie Todesort und Todesdatum am 9. März 2007 vor ihrem letzten Wohnort in die Straße setzen. An zwölf Orten in Kronberg sollen die Stolpersteine zu finden sein, darunter Eichenstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Graben- sowie Katharinenstraße und Wilhelm-Bonn-Straße. Außerhalb des Stadtzentrums verlegt der Künstler Steine in der Limburger Straße, der Walter-Schwagenscheidt-Straße sowie „Am Aufstieg".

Darauf zu lesen sein werden auch die Namen Gottfried Kapp, Georg Krug, Jakob Georg Niederhäuser und Emilie Ochs. Ebenso zählen zu den Opfern der Zeit von 1933 bis 1945 Elise Roth, Walter Roth, Karl Roser, Friedel Weil, Wilhelm Zentgraf und Emma Bonn. Sie waren Andersdenkende oder fielen dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer. Die Frauen und Männer wurden in Konzentrationslagern umgebracht oder in Vernichtungslagern und Heilanstalten ermordet. Helene Braubach war 1937 das erste Kronberger Opfer.

Gedenkstein existiert schon

Die meisten Namen sind bereits auf dem Gedenkstein verewigt, der 1983 im Garten des Rathauses enthüllt wurde. Die Stadtverordneten beschlossen im November, dass sich die Stadt an der Aktion „Stolpersteine - Ein Kunstprojekt für Europa" beteiligt. Demnig begann 2000 seine Arbeit, mit der er die Erinnerung an Vernichtung und Vertreibung lebendig halten will.

Mittlerweile hat er an 190 Orten 9000 Stolpersteine hinterlassen. Die Idee ist, auf der Erinnerungsarbeit von Bürgern ein „Denkmal von unten" zu gründen. Es soll über Patenschaften finanziert werden. Laut Stadtverwaltung möchten bisher drei Familien die Patenschaft für Stolpersteine übernehmen.

INFORMATIONEN
zu Projekt und Patenschaften im Stadtarchiv: Telefon 06173/703-1105

Frankfurter Rundschau – 5.12.06 - mit freundlicher Erlaubnis der FR

Magistrat, Stadtverordneten- Versammlung und das Stadtarchiv unterstützen die Aktion Stolpersteine einmütig.

So muß es sein.

Webmaster

Folgen Sie auch diesem Hinweis!