Stadtgeschichte neu präsentiert
Hofheim: Die Ausstellung im Stadtmuseum soll modernisiert werden

Von Jöran Harders

Die Ausstellung zur Stadtgeschichte im Hofheimer Stadtmuseum ist in die Jahre gekommen. Vor 15 Jahren wurde sie eingerichtet, jetzt entspräche sie nicht mehr dem heutigen Standard der Präsentation, merkt Museumsleiterin Eva Scheid an. Weil außerdem die Medientechnik der Ausstellung dringend erneuert werden muß und weil in den vergangenen Jahren neue Erkenntnisse zur Hofheimer Geschichte gesammelt wurden, soll die Schau nun völlig neu konzipiert werden.

„Wichtige Themen werden natürlich bleiben", sagt Scheid. Gedacht ist beispielsweise daran, die Darstellung des Entstehens und Niedergangs der Lederindustrie zu komprimieren und dafür andere Handwerkszweige etwas ausführlicher darzustellen. Mehr Raum könnten künftig auch Themen wie jüdisches Leben und Nationalsozialismus, Entwicklung der Demokratie oder das Verhältnis von Kultur und Natur einnehmen.

Auch die Form der Präsentation soll den heutigen Gewohnheiten angepaßt werden. So werden ausführliche Texttafeln durch anschaulichere Medien ersetzt - in-frage kommen etwa Hands-On-Exponate, die vor allem Kinder zum Erforschen und Ausprobieren durch Anfassen einladen sollen. Denn die Stärke eines Museums liege im Gegensatz zu anderen Arten der Wissensvermittlung in der Lebendigkeit und Anschaulichkeit, sofern die Objekte entsprechend präsentiert würden, meint die Museumsleiterin.

„Die Exponate haben eine Aura." Und die Faszination alter Gegenstände kann durchaus ein Anstoß sein, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen.

Stadtgeschichte in Hofheim

Die Schau wendet sich an alle Altersgruppen.


    DIE SCHAU

    Mehr als 100.000 Besucher haben die Ausstellung zur Stadtgeschichte seit 1993 gesehen, 2007 kamen 18000 Menschen ins Museum, davon 7000 Kinder. In den vergangenen fünf Jahren wurden mehr als 600 Schulklassen und Kindergruppen durch die Schau geführt.

    Die Ausstellungsfläche beträgt rund 300 Quadratmeter. Die neue Ausstellung wird schätzungsweise 405 000 Euro kosten. Ein Teil soll durch Fördermittel des Hessischen Museumsverbandes aufgebracht werden. Auch der Förderkreis Stadtmuseum und andere Sponsoren sollen sich an den Kosten beteiligen.

Die wichtigste Zielgruppe der Ausstellung zur Stadtgeschichte sind Kinder, für die es auch weiterhin nicht nur Führungen, sondern zusätzlich darauf abgestimmte museumspädagogische Angebote geben wird. Aber auch die neue Ausstellung dürfe kein reines Kindermuseum werden. „Die Schau muß so konzipiert sein, daß sie für alle Altersgruppen interessant ist", sagt Eva Scheid.

Einen ersten Entwurf zur Neugestaltung gibt es bereits, und auch die Stadtverordneten haben in der vergangenen Woche grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Im Frühjahr kommenden Jahres werden die Ausstellungsplaner das wissenschaftliche Konzept erarbeiten, so daß 2010 mit der Realisierung begonnen werden kann. „Im Herbst 2011 werden dann die ersten Besucher die neue Ausstellung sehen", hofft die Museumsleiterin.

Frankfurter Rundschau - 2.10.08 - mit freundlicher Erlaubnis der FR