Reinhard A. Bölts:
Eschborn - Das Bild einer dynamischen Stadt

Fotos von Peter Schumacher

Der Ausblick 1976:
Das ist die Stadt

Die 'Phase der Konsolidierung' hat für Eschborn begonnen. Die Entwicklung der Stadt ist im großen und ganzen abgeschlossen. Für die letzten noch zu erschließenden Baugebiete in der Gemarkung liegen Planungen vor. Man hat zurückstecken müssen, auch im Zeichen einer zurückgehenden Baukonjunktur. Verstärktes Umweltbewußtsein und ein Klimagutachten trugen .dazu bei, daß die früher einmal angestrebte Einwohnerzahl von 30.000 oder gar 40.000 nie Wirklichkeit werden wird.

Was jetzt noch an Aufgaben ansteht, sind Abrundungen und Verbesserungen auf einigen Gebieten. Verkehrstechnische Probleme gilt es zu lösen. Durch die Verlegung einer Landesstraße wird der Stadtkern vom Durchgangsverkehr befreit. Die Stadt Eschborn finanziert diese Maßnahme vor, weil das Land Hessen zur Zeit die Mittel nicht aufbringen kann. Die Landesstraße 3005 von Eschborn nach Kronberg soll Lärmschutzeinrichtungen erhalten. Hier haben die Bewohner des Stadtteils Niederhöchstadt berechtigte Interessen. Dringend erwünscht ist ein S-Bahn-Haltepunkt im Gewerbegebiet Süd, das mit 50 Hektar das größte der drei Gewerbegebiete ist und in dem die meisten Arbeitsplätze sind. Hier liegen bereits feste Zusagen vor, die Verwirklichung läßt auf sich warten, weil die Deutsche Bundesbahn eine so lange Vorbereitungszeit braucht.

Die Telefonverbindungen 'stehen' inzwischen, wie die Fachleute sagen. Die Ausweitung des Fernmeldenetzes stellte die Bundespost in den vergangenen Jahren vor fast unlösbare Probleme. Investitionen in Höhe von vielen Millionen Mark waren auch auf diesem Sektor notwendig. Die Post verlagerte gleichzeitig ihr gesamtes Fernmeldeamt Taunus mit mehreren hundert Beschäftigten nach Eschborn.

Die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung ist nun endgültig gesichert. Eingebunden in einen Wasserbeschaffungs- und einen Abwasserverband wird die Stadt am Westerbach zugleich mit Nachbargemeinden versorgt. Rund 20 Millionen Mark mußten in diesem Bereich seit 1961 investiert werden.

Noch mehr Naß wird den Eschbornern bald auch als Schwimmbad zur Verfügung stehen. Auf dem 26000 Quadratmeter großen Gelände zwischen den beiden Stadtteilen kommt zum Hallenbad zusätzlich ein Freischwimmbad. Die Altstadtsanierung steht weiter auf dem Programm der Politiker. Da geht es vor allem um den alten Ortskern in Eschborn, wo für das Gelände Ritterhof schon die Ergebnisse eines städtebaulichen Wettbewerbs vorliegen. Wie alle Planungen der Stadt wurden sie schon in Bürgerversammlungen besprochen.

Auch der Bereich Oberortstraße soll einmal unter Erhaltung des offenen Bachlaufs und der gewachsenen Strukturen neu gestaltet werden.Eschborn - Bölts 002

Was bleibt sonst noch zu tun? Ganz sicher kann man noch manche bestehende Einrichtung verbessern und vervollkommnen. Der Rahmen aber ist gesteckt, nicht zuletzt auch durch den geringer werdenden Finanzspielraum. Das Wichtigste ist geschafft. Wer in Eschborn wohnt, wer über die eigenen vier Wände hinaussieht und das bestehende Angebot nutzt, weiß zu schätzen, daß er in einer Stadt lebt, die mehr bietet als andere. Eschborn nennt sich zu Recht eine dynamische Stadt. Dynamisch verlief die Entwicklung, dynamisch wurde gestaltet, was die Stadt vor allem an Einrichtungen der Infrastruktur zu bieten hat. Das ist die Stadt Eschborn: mit vielen freiwilligen Leistungen im Dienst der Bürger. Die dynamische Stadt. Das Büro- und Handelszentrum im Vordertaunus. Heimat für 19.000 Bürger.