Eschborn will auch „Stolpersteine" verlegen

Eschborn - Der Magistrat soll Anträge genehmigen, die so genannte Stolpersteine in Bürgersteigen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus erlauben. Dies haben die Stadtverordneten am Donnerstagabend beschlossen. Die Fraktionen waren über die Voraussetzungen dafür jedoch unterschiedlicher Auffassung. Der Beschluss sieht vor, dass die nächsten Angehörigen des Opfers zustimmen müssen. Zudem muss der Eigentümer des Gebäudes zustimmen, das an den Bürgersteig angrenzt. Die Antragsteller müssen die Kosten tragen.

Es sei wichtig, den Opfern endlich den nötigen Respekt zu erbringen, sagte Sabine Blum- Geenen (SPD). Die Stadt müsse einmal grundsätzlich die Geschichte des Dritten Reichs in Eschborn und Niederhöchstadt aufarbeiten. Friedrich-Wilhelm Vöbel (SPD) erinnerte daran, dass in anderen Kommunen bereits zahlreiche „Stolpersteine" gesetzt worden seien. Er bot an, die Kosten für die Montage zu übernehmen. Susanne Fritsch (CDU) verwies darauf, dass allen Opfern bereits am Volkstrauertag gedacht werde. „Im Gedenken sind wir uns doch einig", sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Fritz Krüger. Er wehre sich aber dagegen, dass immer alles die Stadt übernehmen solle. In anderen Städten hätten das Bürgerinitiativen bezahlt. rmu

 

Frankfurter Rundschau - 18.2.06 - mit freundlicher Erlaubnis der FR

 


Wieder eine für Eschborn, besser: für seine bürgerliche kommunalpolitische Mehrheit, typische Entscheidung - wenn die “Sache” Nazi-Vergangenheit denn schon nicht abgewimmelt werden kann. Mancher erinnert sich noch an die unendliche Geschichte über den Versuch des Gedenkens an die Zwangsarbeiter der Nazizeit in Eschborn und das Bemühen um Wiedergutmachung. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung bauten Hürden über Hürden auf, um dann zu “guterletzt” eben doch ein klares Nein zu donnern. Lesen Sie hier mehr.

Jetzt kann also nicht, “ganz unbürokratisch”(!), der durch die Nazis ermordeten Eschborner Mitbürger Hermann Kaufmann und Heinrich Schulz durch das Aufbringen von Stolpersteinen gedacht werden, nein, jetzt müssen künstlich aufgerichtete Hürden überwunden werden. Das Einverständnis der Überlebenden muß beigebracht werden - ob das überhaupt möglich ist und mit welchem Aufwand, wen interessiert das schon? Und: der heutige(!) Hauseigentümer muß einverstanden sein, obwohl der öffentliche Bürgersteig die Stätte des Gedenkens werden soll.

Darauf muß man erst mal kommen!

Man merkt die Absicht... und denkt sich sein Teil.

Wie das in anderen Kommunen gemacht wird, zeigen die ganz aktuellen Berichte aus Rödelheim und aus Friedrichsdorf.

21.2.06 - der Webmaster

Stolpersteine werden nach der Idee des Künstlers Gunter Demnig in den Bürgersteig vor der letzten Wohnung des Ermordeten eingebracht.

Folgen Sie bitte dem obigen Link zu Wikipedia und lesen Sie ausführlich über die Stolpersteine. Ein Weg, um der Ermordeten zu gedenken.

Lesen Sie auch: “Schüler sollen Patenschaften für Stolpersteine übernehmen”.

Die FAZ berichtet unter dem 27.2.06 in einem großen Artikel über die Verlegung von Stolpersteinen in Offenbach. Selbstverständlich hat die Stadt dem Vorhaben keine Steine in den Weg gelegt.

10 Jahre Stolpersteine - Festakt in Berlin- Kreuzberg.

Blicken Sie auf Yad Vashem, das Tal der von den Nazis vernichteten Jüdischen Gemeinden in Deutschland.